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Die perfekte Bewerbung

So klappt es mit dem Ausbildungsplatz

Die perfekte Bewerbung

FOTO: RACLE FOTODESIGN - STOCK.ADOBE.COM

20.09.2021

Die Bewerbung ist für Berufsstarter sozusagen die Eintrittskarte in ihre Karriere. Viele tun sich jedoch genau damit schwer. Wie formuliert man ein professionelles Anschreiben? Was macht einen aussagekräftigen Lebenslauf aus? Braucht meine Bewerbung ein Deckblatt und was hat es eigentlich mit einer Online-Bewerbung auf sich? Wer sich an einige grundlegende Regeln hält, hat die persönliche, perfekte Bewerbung schnell geschrieben.Persönliche VisitenkarteBevor es ans Schreiben geht, sollte man sich vor Augen führen: Die Bewerbung wirkt nicht nur wie eine persönliche Visitenkarte,sie ist sozusagen auch eine erste Arbeitsprobe. Wer sich erkennbar wenig Mühe gibt, senkt seine Bewerbungschancen deutlich. Deshalb sollten die Unterlagen nicht nur vollständig sein, sondern auch übersichtlich und schlüssig strukturiert.Was muss mit?In der Stellenausschreibung ist in der Regel genau aufgeführt, was der Arbeitgeber vom Bewerber präsentiert haben will. Bei einem Ausbildungsplatz sind das Anschreiben, Lebenslauf und Abschlusszeugnis. Freiwillige Bestandteile sind ein Deckblatt, ein Bewerbungsfoto, das tatsächlich keine Pflicht ist, aber empfohlen wird, ein Empfehlungsschreiben oder Praktikumszeugnisse. Wichtig ist auf jeden Fall, dass alle Anlagen in einem Verzeichnis aufgelistet sind, das sich entweder am Ende des Anschreibens oder auf dem Bewerbungsdeckblatt befindet.Bei der Zusammenstellung der Unterlagen sollte die richtige Reihenfolge eingehalten werden: Das Anschreiben sollte lose auf der Bewerbungsmappe liegen. In der Mappe werden die einzelnen Blätter dann einheftet oder je nach Art auch eingeklemmt. Auf das freiwillige Deckblatt folgen Lebenslauf und dahinter Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate etc.

Das Anschreiben

Generell gilt: Das Anschreiben sollte nicht mehr als eine DIN A4-Seite umfassen. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der Motivation für die Stelle. Lange, verschachtelte Sätze gilt es zu vermeiden. Kurze Hauptsätze wirken stärker. Ebenso Verben statt Adjektive. Im Anschreiben geht es außerdem nicht darum, all das aufzulisten, was auch im Lebenslauf zu lesen ist.

Ein gutes Bewerbungsanschreiben beginnt mit einer persönlichen Anrede (Ausnahme: Blindbewerbung). Die Formulierung „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist zu unpersönlich. Falls in der Stellenanzeige kein Ansprechpartner genannt wird, hilft ein Anruf in der Personalabteilung oder ein Blick auf die Unternehmenshomepage und Karriereseite sowie LinkedIn und Xing.

Nach der Anrede folgt der Einleitungssatz. Im Idealfall beginnt das Anschreiben mit einem Knall. Statt der ausgelutschten Formulierung „Hiermit bewerbe ich mich als…“ wirkt es viel origineller, mit einer Mischung aus Selbstbewusstsein und schlagkräftigen Argumenten zu starten. Bewerber dürfen hier ruhig Ecken und Kanten zeigen und sich etwas trauen. Das macht die Bewerbung individuell, authentisch und persönlich.

Der Hauptteil dient dem Eigenmarketing und der Darstellung der sozialen Kompetenzen. Hier machen Bewerber klar, welche Stärken oder passenden Erfahrungen sie mitbringen. Beim Aufzählen sollte man betonen, welchen Mehrwert man für das Unternehmen bieten könnte und so eine Verbindung zwischen Kompetenzen und Arbeitgeber herstellen. Es ist wichtig, die Begeisterung für den Ausbildungsberuf in Worte zu fassen. Gerne dürfen in dem Zusammenhang Lieblingsfächer oder Erfahrungen, die zum Ausbildungsplatz passen, genannt werden.

Zum Ende muss noch der frühestmögliche Eintrittstermin zu Papier gebracht werden. Abschließend kommt der Satz, dass man sich sehr über einen Vorstellungstermin freut. Achtung: Diesen nicht im Konjunktiv formulieren! Gut ist zum Beispiel: „Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen engagierten Auszubildenden gewinnen.“

Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist das Herzstück einer Bewerbung. Viele Personaler lesen diesen zuerst. Zu den Pflichtangaben gehören persönliche Daten, Berufserfahrung, Bildungsweg, besondere Kenntnisse sowie Ort, Datum und Unterschrift. Aufgebaut wird der Lebenslauf in „amerikanischer“ („antichronologischer“) Form. Bedeutet: Der Lebenslauf beginnt mit den aktuellsten Stationen und geht dann zeitlich zurück.

Formale Anforderungen

Beim Schreiben einer Bewerbung sollte man sich immer Zeit lassen. Also ruhig mal eine Nacht drüber schlafen oder Freunde lesen lassen. Beim Papier sollte man kein einfaches 80-GrammKopierpapier verwenden, sondern ruhig zu 100 Gramm greifen. Natürlich haben die Seiten keine Flecken, Knicke oder Eselsohren. Der Druck ist scharf und verwischt nicht (Laserdruck ist am besten).

Bei der Schriftauswahl verzichtet man auf ausgefallene Schnörkelschriften und greift am besten auf einfache Schriftarten zurück.

Die Schriftgröße sollte lesefreundlich sein. Einzüge, Linien und Zeilenabstände sollten auf allen Seiten einheitlich sein. Das Format der Bewerbung bekommt sonst einen Patchwork-Charakter. Ein ein- bis eine inhalbzeiliger Abstand hat sich bewährt. Mit Fettschrift oder Kursiven sparsam sein.

Individualität gewinnt

Wichtig ist, auch bei mehreren Bewerbungen jede individuell anzugehen und nie abzuschreiben. Personaler erkennen darin geistige Faulheit. Massenbewerbungen wirken nicht motiviert, sondern desinteressiert.

Bei der Online-Bewerbung gilt die gleiche Sorgfalt

Bei der Online-Bewerbung füllen Bewerber ein Formular des Arbeitgebers auf dessen Homepage aus. Zusätzlich werden relevante Bewerbungsunterlagen als PDF-Dokument hochgeladen. Sorgfaltsteht hier ganz oben und es sollte gewissenhaft darauf geachtet werden, jedes Formularfeld auszufüllen. Nina Grötsch