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Den Garten richtig bewässern

So wird das heimische Grün zum echten Hingucker

Brausen erleichtern die Gartenbewässerung und machen das Schleppen von Gießkannen unnötig. FOTO: ALTER_PHOTO - STOCK.ADOBE.COM

19.06.2021

Sommerzeit ist Gartenzeit. Doch hohe Temperaturen und wenig Niederschlag machen dem satten Grün und der Blütenpracht zu schaffen. Daher ist eine ausreichende und richtige Bewässerung für den heimische Garten besonders wichtig. Allerspätestens wenn Blumen die Köpfe hängen lassen und Pflanzen anfangen zu welken, sollte gegossen werden. Wird der Rasen braun, ist es oft schon zu spät: Er ist bereits vertrocknet und braucht viel Zeit und Wasser, um sich wieder zu erholen.

Die beste Tageszeit für die Bewässerung des Gartens ist der frühe Morgen. Dann sind die Pflanzen noch kühl von der Nacht und überstehen mit der Wassergabe besser den heißen Tag. Am Abend hingegen sind die Pflanzen aufgeheizt, kaltes Gießwasser wirkt dann wie ein Schock. Wenn sich das abendliche Gießen partout nicht vermeiden lässt, sollte man daher zu abgestandenem Wasser greifen und so spät wie möglichwässern. Die Mittagshitze sollte auf jeden Fall gemieden werden. Sonne führt im Zusammenspiel mit Wassertropfen zum Lupeneffekt, der Verbrennungen verursacht.

Wassermenge und -art

Die Wassermenge ist immer abhängig von der Bodenart und der Witterung. Bei Rasen, Staudenpflanzen und Sommerblumen kann allerdings von etwa zehn Litern pro Quadratmeter ausgegangen werden. Beim Rasen kann mit dem Spatentest überprüft werden, ob die Erde feucht genug ist. Es genügt eine Ecke aus dem Rasen zu heben und anschließend wieder einzusetzen. Dabei wird sichtbar, wie stark die Erde durchfeuchtet wurde. Bei Kübeln und im Beet eignet sich auch der Fingertest. Ist die Erde feucht genug, wurde ausreichend gegossen. Kleinere Kübel können auch angehoben werden, um an der Schwere zu erkennen, wie viel Wasser die Pflanze bekommen hat. Am besten geeignet zum Gießen ist Regenwasser. Der pH-Wert ist niedriger und das Wasser enthält weniger Kalk. Daher lohnt es sich, eine Regentonne im Garten aufzustellen. Auch die Wassertemperatur ist wichtig. Zu kaltes Wasser stresst Pflanzen. Daher sollte kaltes Wasser aus dem Tiefbrunnen zunächst in einem großen Gefäß gesammelt und auf Außentemperatur erwärmt werden.

Richtig gießen

Direkt auf die Blüten zu gießen ist nicht sinnvoll, da viele Blühpflanzen empfindlich auf Nässe reagieren und sich Pilzkrankheiten leicht über das Wasser auf Blätter übertragen. Daher wird empfohlen, nah am Boden zu gießen. Wer Einschwemmungen oder Bodenverdichtungen vermeiden möchte, nimmt einen Brausekopf, statt den Schlauch oder die Gießkanne direkt auf die Erde zu halten.

Empfehlenswert ist das sogenannte Intervallgießen. Zwischen zwei Gießintervallen gibt man dem Wasser Zeit, im Boden zu versickern. Das ist besonders bei Gärten in Hanglagen empfehlenswert. Bei der Wässerung von Rasen ist ein Regner oder Sprenger optimal. Um beim Sprenger ein Gefühl zu bekommen, wann genug gegossen wurde, kann ein Regenmesser aufgestellt werden.

Gießhelfer und Bewässerungssysteme

In Garten- und Baumärkten gibt es zahlreiche Hilfsmittel, um den heimischen Garten richtig zu bewässern und die Arbeit zu erleichtern. Von Gießbrausen, Feuchtigkeitsmessern und Wasserspeichern aus Ton über Wurzelbewässerer bis hin zu Bewässerungsringen und -beuteln. Die Auswahl ist riesig – daher empfiehlt sich eine fachkundige Beratung im Markt vor Ort. Hier kann das richtige Hilfsmittel für die jeweilige Pflanze und Nutzung ausgewählt werden.

Automatische Bewässerungssysteme sind vor allem für große Gärten geeignet oder besonders bei Abwesenheit, wie etwa Urlaubsreisen, ratsam. Sie helfen, den Garten punktgenau und wassersparend zu gießen. Der Einsatz von Zeitschaltuhren zum Beispiel erlaubt eine Bewässerung zu fest geplanten Zeiten. Auch hier gibt es die verschiedensten Beregnungs- oder Tröpfchensysteme, Solar-Bewässerungssysteme oder Rasensprenger. Vor allem die Micro Drip-Tröpfchenbewässerung ist besonders wasser- und kostensparend. Inzwischen gibt es sogar smarte Bewässerungssysteme, die vom Handy aus per App gesteuert werden können – egal wo man sich gerade befindet.

Natürlich haben solche Systeme ihren Preis, der abhängig ist von der Größe des Gartens und der eingesetzten Technik. Wer über den Einbau von Bewässerungssystemen nachdenkt, sollte sich im Vorfeld umfassend informieren und vom Fachhändler beraten lassen – auch um Kostenfallen zu vermeiden. Sina Kemnitz/mdr-garten.de