Der Garten im Frühjahr
Nun ist es soweit – es ist offiziell Frühling. Die Erde erwacht wieder zum Leben und allerorts zeigen sich erste Pflanzensprossen und kleine Knospen. Für den Hobbygärtner das Signal, dass es allerhand zu tun gibt. Mit den hier vorgestellten Tipps und Tricks startet man gekonnt ins neue Gartenjahr


Bereits seit Ende Februar sollte der Gehölzschnitt abgeschlossen sein. Denn nicht nur die Pflanzen sprießen, auch die Vögel legen ihren Nachwuchs in die Nester und dürfen nicht beim Brüten gestört werden. Diese Art von Nistschutz schreibt auch der Gesetzgeber vor. Demnach herrscht zwischen dem 1. März und 30. September Schonzeit. In diesen Monaten dürfen keine Hecken, lebenden Zäune, Gebüsche und andere Gehölze massiv ausgeschnitten oder bis zum Boden gekürzt werden. Rosen und andere weichholzige Pflanzen lassen sich hingegen auch jetzt noch zurückschneiden.
Doch bevor es richtig losgeht, sind die wichtigsten Werkzeuge auf Funktionstauglichkeit zu prüfen. In manchen Fällen kommt man um die Anschaffung neuer Gartengeräte nicht herum, die für eine lange Lebensdauer am besten qualitativ hochwertig eingekauft werden. Beratung dazu geben die Profis in Gartencentern oder im Baufachmarkt.
Aufbruch im März
Der März ist der Monat, in dem die Weichen für eine gelungene Gartensaison gestellt werden. Zunächst gilt es, den Boden von Mulch und Laub zu befreien. Mit einem Komposter kann man aus diesen organischen Abfällen sogar unkompliziert seinen eigenen Dünger herstellen. Darüber hinaus gibt es im Fachhandel verschiedene organische Dünger, passend für alle möglichen Pflanzentypen, seien es Kräuter, Blumen oder Hecken und Stauden.
Zudem ist im März der richtige Zeitpunkt zum Vorziehen von zahlreichen Gemüsesorten. Beispielsweise haben Paprika und Chili eine lange Keimdauer und können bereits Anfang März ausgesät und im Haus vorgezogen werden. Bei Tomaten wartet man damit bis Ende des Monats.

Säen und schützen im April
Obwohl die kalte Zeit vorbei ist, sollte man den Winterschutz für kälteempfindliche Pflanzen weiter griffbereit halten. Zumindest bis nach den Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, da in dieser Zeit erfahrungsgemäß noch frostige Nächte vorkommen können. Nach Monaten des Winterschlafs steht im April der Rasen wieder im Fokus. Gerade die ersten grünen Halme sollte man hegen und pflegen und kahle Stellen sofort ausbessern sowie vor jeder Rasenneusaat die Bodenfläche auflockern. Auch das erste Mähen steht jetzt an, wobei die Schnitthöhe nicht zu niedrig eingestellt sein darf. Das verspricht einen dichten und ansehnlichen Wuchs. Viele einjährige Sommerblumen kann man nun ins Freiland aussäen. Eine kleine Auswahl hierzu sind Ringelblume, Bechermalve, Duftwicke, Kapuzinerkresse, Stiefmütterchen oder auch Stauden wie der Phlox.
Ein kleiner Rundgang durch den Garten oder auf dem Balkon zeigt, ob die ausgesäten Gemüsepflanzen schon gekeimt sind. Sobald die Pflänzchen kräftig genug sind, kommt das Pikieren, sprich das Vereinzeln der Sprossen, wobei man die stärksten auswählt.
Nach der vielen Sorge um die Pflanzenschätze sollte man diese natürlich vor Schädlingen schützen. Die einfachste Methode hierfür sind kleinmaschige Erdflohnetze, die viele Fliegen- und Floharten, aber auch Läuse und andere Schädlinge abhalten können. Die Netze werden einfach über das Beet gelegt und am Rand beschwert, zum Beispiel mit Steinen. Da Wasser, Licht und Luft problemlos durch die Netze dringen, können diese bis zur Ernte bleiben.


Auf in den Wonnemonat Mai
Damit die Sommerzeit im Garten oder auf dem Balkon ein richtiger Genuss wird, sollte man im Mai die im April begonnenen Pflanzungen zügig vorantreiben. Allen voran dürfen nach den Eisheiligen die nach Wärme lechzenden Pflanzen endlich ins Freie. Alles lässt sich nun direkt aussäen, von Gräsern über Gemüsesorten bis hin zu den Sommerblumen, die eine schöne Blühwiese für Insekten ergeben sollen.
So willkommen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind, so störend ist anderes Kleingetier, wie etwa die Blattlaus, die mühsam gezogene Jungpflanzen einfach wegknabbert. Wer hier rechtzeitig aktiv wird, spart sich die Chemie-Keule. Man kann die Tiere - behandschuht - mühelos vom Blatt streifen oder mit einem Wasserstrahl vorsichtig abspülen. Ist der Blattlausbefall weiter fortgeschritten, schafft ein über Nacht angesetzter Brennnesselsud Abhilfe, der mit einer Sprühflasche auf die betroffenen Pflanzen aufgetragen wird. Brennnesseljauche wiederum braucht etwa 14 Tage, bis sie fertig ist und wird dann verdünnt als Düngemittel mit der Gießkanne unter den Kulturen ausgebracht. Daniela Modlinger