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Ein Traumpaar: Bier und Essen

Tipps für mehr Genuss: So finden Sie zu jedem Gericht die passende Biersorte

Mit dem passenden Bier schmeckt eine Brotzeitplatte gleich noch mal so gut. FOTO: GENUSSREGION OBERFRANKEN

17.04.2021
Brauerei Loscher

Auf Weinflaschen liest man oft: „Passt hervorragend zu Fisch oder Käse“. Und Rotwein harmoniert mit Pastagerichten. Auf Bierflaschen findet man solche Hinweise normalerweise nicht, doch auch für den Gerstensaft gibt es zahllose Empfehlungen von Köchen, Gastronomen, Biersommeliers und Brauern.
  

Dass zu einem schönen Braten ein frisch gezapftes Pils passt, weiß man. Aber was ist mit feineren Gerichten? Passt Bier zu Fisch, zu Wild oder gar zu süßen Nachspeisen? Und wenn ja, welches? Das richtige Bier unterstreicht den Geschmack einer Mahlzeit. Die Würze und der hopfige Charakter des Bieres bilden eine ideale Kombination mit einem guten Essen. Bier ist nicht nur eine wichtige Zutat in der Küche – Bier ist auch das ideale Getränk zum Essen. Welches Bier passt also zu welchem Gericht?

Pils passt zu Fisch und Fleisch

Das helle Pils mit seinen herben Hopfenaromen harmoniert hervorragend mit Fischgerichten, zum Beispiel Räucherlachs, Zanderfilet und Meeresfrüchte. Auch Fleischgerichte wie Tafelspitz und Steak lassen sich hervorragend mit einem Pils genießen, ebenso Pizza- und Pastagerichte. Im Biergarten oder im Wirtshaus kann man sich das Pils auch zu Rettich, Radieschen, Salat, Pilzgerichten und Käse schmecken lassen.

Das Helle, wie es gern in München getrunken wird, passt hervorragend zu Gerichten wie Obatzter, Käse, Brotzeitteller, Schweinebraten, Rostbratwürste oder Leberkäse. Zu den selben Speise kann man ebenso ein Weizen trinken. Weißbier schmeckt aber auch zu Räucherlachs, Meeresfrüchten, Schnitzel, Pizza und Karpfen sehr gut, ebenso zu Rettich und Radieschen.

Zum Braten malzbetonte Biere

Dinkel und Export sind malzbetont, vollmundig und aromatisch, daher empfehlen sich diese Sorten zu Wurstsalat, Brotzeitteller, Leberkäse, Rostbratwürsten, geräucherten Forellen, Schweinebraten, Sauerbraten, Hähnchen, Gulasch, Wildgerichten, Karpfen und Käse. Die ausgesprochen malzbetonten und vollmundigen Bockbiere sind die idealen Begleiter für ebenso aromatische Gerichte wie Gulasch, Wild, Pfannkuchen, Apfelstrudel oder Mousse au Chocolat. Die hier genannten Kombinationen folgen den Empfehlungen des Deutschen Brauer-Bundes und dem Verband privater Brauereien, die zum Thema „Bier zum Essen“ schon einige Ratgeber veröffentlicht haben. Die britische Journalistin und Bier-Sommelière Sophie Atherton hat in ihrem Buch „Bier in 30 Sekunden“ eine praktische Faustformel erstellt: Bier mit feinem Aroma zu leicht gewürzten Speisen; mittlere Biere mit Gerichten, die eine ähnliche Tiefe besitzen, und intensive Biere zu geschmacksintensiven Speisen. Der US-amerikanische Brauer und Bierautor hat dem Thema 2003 mit „The Brewmaster's Table: Discovering the Pleasures of Real Beer with Real Food“ ein ganzes Buch gewidmet, das in Fachkreisen als wegweisend gilt. Das Buch ist aber nur in englischer Sprache erhältlich.

Damit jede Bier-Sorte ihre geschmackliche Vielfalt ganz entfalten kann, empfiehlt sich eine optimale Trinktemperatur. Der „Gerstensaft-Gourmet“ in den eigenen vier Wänden kann sich einer einfachen Formel bedienen, um seinen Gästen Bier mit der richtigen Kühle anbieten zu können. Zur Orientierung: Gelagert werden sollte Bier bei fünf bis acht Grad Celsius – die optimale Trinktemperatur liegt bei acht bis zehn Grad Celsius. Bier gehört auch keinesfalls in den Gefrierschrank.

Als frisches Lebensmittel wird das Gehopfte nur für einen Zweck hergestellt: zum Trinken – am besten sofort. Lagern Sie es nicht unnötig lange – der Getränkehandel hält immer frisches Bier bereit, und frisch schmeckt es einfach am besten. Je älter ein Bier wird, umso mehr verändert es sich geschmacklich.

Ab in den dunklen Keller

Bier mag es kühl und dunkel – lagern Sie es im Keller. Der Gerstensaft ist kein Sonnenanbeter, weil übermäßiger Lichteinfluss Geschmack und Aussehen verändert. Deswegen wird Flaschenbier vor allem in braune Flaschen abgefüllt. So gekleidet fühlt sich „unsere flüssige Gerste“ wirklich wohl.

Dass zum Gerstensaft-Genuss eine schöne Schaumkrone gehört, wissen selbst diejenigen, die kein Bier trinken. Deshalb gilt es, das Glas zu beachten: Um den Schaum nicht zu zerstören, muss das Glas völlig fettfrei sein. Deswegen sollten Biergläser auch nicht in der Spülmaschine mit anderem Geschirr gereinigt werden, sondern von Hand mit warmem Wasser – ein wenig Spülmittel genügt. Danach kurz mit kaltem Wasser nachspülen. Die Schaumkrone wird es Ihnen später danken, sie gedeiht prächtig. Gläser nicht abtrocknen, sondern abtropfen lassen! Greifen Sie nie mit den Fingern ins Glas, die zurückbleibenden Fettspuren der Hände würden den Schaum zerstören. Übrigens: Auch Qualm und Nikotin schaden der Krone. Für die Aufbewahrung empfehlen sich am besten geschlossene Schränke. Jürgen Scheibe