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Einzigartige Landschaften im Allgäu

Die Landkarte mit allen Sinnen neu entdeckt

Einzigartige Landschaften im Allgäu

Wandern im Allgäu verspricht spektakuläre Ausblicke auf Berggipfel und Almen. FOTOS: CHRISTIAN KOLB

17.10.2021

Jedes Jahr begeistert das Allgäu mit seinem zauberhaften Märchenschloss, den einzigartigen Landschaften und der Gastfreundschaft der Menschen mehrere Millionen Besucher aus aller Welt. Zu den beliebtesten Urlaubsaktivitäten gehört dabei das Wandern. Kein Wunder. Mit dem 876 Kilometer langen Weitwanderwegnetzwerk der „Wandertrilogie“ wurde die Allgäuer Landkarte neu geschrieben. Auf diesen Wegen tauchen die Besucher in die Geschichte der Region, der Menschen und ihrer Traditionen ein.Von Wiesengängern, Wasserläufern und HimmelsstürmernAufgeteilt ist die Wandertrilogie in drei Routen für drei Wandertypen. Als Wiesengänger geht es gemütlich durch Hügellandschaften, über Terrassen vorbei an Altmoränen und Mooren. Bei Wasserläufern stehen Seen, Bäche und Wasserfälle im Vordergrund. Himmelsstürmer zieht es hoch hinauf in die Gipfelwelt der Allgäuer Alpen. Ausgeschildert wird das Wegenetz mit Steinmännchen- Signets. Möglich gemacht hat die Wandertrilogie Wanderexpertin Christa Fredelmeier in Kooperation mit den verschiedenen Orten. Diese erzählen an den verschiedenen Etappen ihre eigene Geschichte.

Duftort mit Riesenwanderbank

Ein Etappenort in der Wandertrilogie ist Oy-Mittelberg. Dieser ist Ausgangspunkt für viele gut ausgeschilderte Wanderungen. Auf den Wegen laden Bänke zum Verweilen ein. Eine davon ist mit 12 Metern Länge und sechs Metern Höhe die größte Wanderbank Deutschlands. Besonders abends lohnt sich ein Besuch der Riesenbank, denn dann taucht die Sonne die Hügellandschaften in ein bezauberndes Licht.

Wer mag kann sich mit der Nase auf die Suche nach vier Duftquellen machen. Als erster „Duftort“ Deutschlands macht Oy-Mittelberg auf die verschiedenen Düfte und Aromen der Region aufmerksam. Diese kommen aus der Landwirtschaft, der örtlichen Kaffeerösterei und auch aus den umliegenden Wäldern, Wiesen und Mooren. Aromatherapie- und Naturkosmetikliebhaber sollten sich den Aromagarten von Primavera nicht entgehen lassen. Bei einem Spaziergang durch Garten begeistern mehr als 55.000 Blumen, Heil- und Wildpflanzen.

Wer mehr über die häufigsten Heil- und Wildpflanzen erfahren möchte, kann in der Region auch einen Wildkräuter-Spaziergang buchen. Gemeinsam mit der zertifizierten Phytopraktikerin Claudia Heim entdecken und erleben Besucher die heilende Wirkung von Löwenzahn, Gundermann, Brennnessel, Fichte, Spitzwegerich und Co.

Der Geschmack von Blüten, Zirben und Heu

Wer sich den Geschmack des Allgäus auf der Zunge zergehen lassen möchte, der ist bei den regionalen Produzenten richtig. Die Allgäuer Gebirgskellerei aus Wertach zum Beispiel produziert Blüten-, Beeren- und Zirbenzapfenweine. Katharina Liebenstein verkauft als „Holderhex“ Sirup, Likör oder Gelee aus Holunder. Dazu passen regionale Käsespezialitäten, die in kleinen Käsekellern reifen und häufig auf den Märkten oder in Regionalläden erhältlich sind. Als eines der wenigen Restaurants in Deutschlands darf sich der familiengeführte Hotel Gasthof Rose „Heuwirt“ nennen und begeistert seine Gäste regelmäßig mit speziellen Heumenüs. Der Gaumen kann sich dabei über den außergewöhnlichen Geschmack von Prosecco mit Heusirup, von Heukartoffeln oder auch von im Heusud gezogenen Fleisch freuen.

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In kleinen Käsekellern reifen regionale Käsespezialitäten.

Der Klang der Berge

Regelmäßig ertönen am Kenzenwasserfall in der Nähe von Füssen Alphörner. Früher wurden die Blasinstrumente als Kommunikationsmittel eingesetzt. Je nach Melodie konnten die Menschen über die verschiedenen Gipfel hinweg dem Nachbarort mitteilen, ob es vor Ort zum Beispiel etwas zum Feiern gab. König Ludwig II., Erbauer von Schloss Neuschwanstein, verbrachte von klein auf mit seiner Familie viele Stunden in den Bergen. Ein Lieblingsplatz des Königs war der Kenzenwasserfall. Manchmal saß der König bis in die frühen Morgenstunden am tosenden Wasser, welches er mit bengalischem Feuer erleuchten ließ. Heute können Besucher bei regelmäßigen Terminen dem Klang von Alphörnern lauschen. Diese wirken mit den steinernen Riesen im Hintergrund geradezu majestätisch.

Eine landschaftlich reizvolle Wanderroute zur Kenzenhütte startet am Wanderparkplatz von Halblech. Wer mag kann mit dem Wanderbus bis zur Kenzenhütte fahren. Eine der beliebtesten Wanderrouten ist dabei die 5,7 Kilometer lange Kesselrunde. Der ca. 4,5 Stunden dauernde Weg bietet spektakuläre Ausblicke auf Berggipfel und Almen. Vor Jahr Millionen bildete sich zwischen den Alpen ein tiefer und weiter Kessel an dem heute seltene alpine Blumen und wilde Heidelbeeren wachsen. Auch Gämsen, Murmeltiere und Steinadler haben hier ihr Zuhause. An einigen Stellen ist der Weg steil und steinig. Wanderer sollten daher gute Wanderschuhe haben und Wanderstöcke parat haben.

Ein ganz persönlicher Allgäu-Moment

Als Gebietsbetreuer kennt Tom Hennemann die Natur, die Geschichte und die Geologie des Ostallgäuer Alpenrands wie kein anderer. Eine Tour startet am Wankerfleck und endet am Wanderparkplatz von Halblech. Mit Begeisterung erklärt Tom Hennemann den Unterschied zwischen Tannen und Fichten, welche Urkräfte die umliegenden Gipfel und Gesteinsformationen beeinflusst haben und welche überraschenden Beziehungen einzelne Pflanzenarten miteinander eingehen, um in dieser außergewöhnlichen Landschaft zu überleben.

Die 14 Kilometer lange Wanderung führt entlang des Kenzenbachs, durch Wälder und Wiesen und vorbei an geologisch interessanten Felsformationen Die gut beschilderten Touren der „Wandertrilogie“ laden überall im Allgäu dazu ein, die Natur und die Kultur am Wegesrand zu entdecken. Karin Kudla