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100 Jahre Gottfried Tonwerke

Partner für keramische Rohstoffe seit 1921

100 Jahre Gottfried Tonwerke

Christian Gottfried vor einem der Drehrohröfen. FOTO: SINA KEMNITZ

03.08.2021

Seit nunmehr 100 Jahren bestehen die Adolf Gottfried Tonwerke in Großheirath. Doch das Familienunternehmen war nicht immer im Coburger Land ansässig, erklärt Christian Gottfried, der heutige Geschäftsführer: „Mein Großvater Adolf Gottfried hatte einen landwirtschaftlichen Betrieb im Wildsteiner Becken im Egerland – ein bekanntes Tonrevier.“ Es gab bereits einige kleinere Firmen, die dort Ton abbauten – so versuchte Adolf Gottfried auch sein Glück und es entstand die erste Tongrube 1921. Nach und nach wurden weitere Lagerstätten aufgeschlossen, sodass die Firma Gottfried am Ende acht Gruben und 400 Mitarbeiter zählte. Damals wurden die Qualitätstone noch mit der Hand abgestochen, aber bereits europaweit vertrieben.Alles auf AnfangNach dem 2. Weltkrieg wurden die meisten Deutschen aus der neugeschaffenen Tschechoslowakei vertrieben – die Familie Gottfried wurde enteignet, ins Auffanglager nach Augsburg deportiert und musste bei Null anfangen. Nach einigen Rückschlägen gelang es dem 61-jährigen Adolf Gottfried zusammen mit seinen Söhnen Anton und Hans in Großheirath eine erfolgversprechende Lagerstätte ausfindig zu machen. 1950 startete somit der Wiederaufbau der Tonförderung am heutigen Standort. Baustoffe waren in der Nachkriegszeit sehr gefragt „und so wurde mit Schubkarre und Schaufel hier begonnen“ erklärt Christian Gottfried, Enkel des Firmengründers.

Neue Technik gefragt

Zu Beginn wurden Kapseltone der Firma Gottfried noch für die Porzellanherstellung genutzt. Doch durch veränderte Herstellungsprozesse im Porzellanbereich wurden diese überflüssig und der anfallende Kapselbruch – die sogenannte Schamotte – fehlte den Abnehmerfirmen. Also wurde unter der Regie von Anton Gottfried 1958 der erster Drehrohrofen in Großheirath gebaut. „Bis heute ist die Produktion dieser keramischen und feuerfesten Schamotte unser Kerngeschäft. Die nächsten Hersteller gibt es erst in Tschechien und Frankreich“, sagt Antons Sohn und Nachfolger Christian Gottfried stolz.

Zurück zum Ursprung und Spezialisierung

In der Oberpfalz wurde später auch die Firma Gottfried Feldspat gegründet. 1966 entstand zudem das Klinkerwerk in Buchenrod, um die gelb- und rotbrennenden Tone aus der Großheirather Grube zu verarbeiten. Nachdem die Marktverhältnisse für Klinker und Spaltplatten jedoch immer schwieriger wurden, konzentrierte sich die Firma 2001 wieder auf das Kerngeschäft und stellte die Baukeramikproduktion ein. Heute gibt es noch den Baukeramikhandel „Gottfried Baustoffe“, welcher von Achim Gottfried, dem Bruder von Christian Gottfried geleitet wird. Den Großteil der Produktion macht jedoch nach wie vor die Herstellung von Spezialrohstoffen für Industriebetriebe aus. Flexible neue Produkte für anspruchsvolle Kunden stehen hier im Fokus. Keramische Rohstoffe werden u.a. in der Baukeramik benötigt – für Fliesen, Dachziegel, Klinker oder Lehmputz sowie auch im Fliesen- und Sanitärbereich. Wichtige Abnehmer finden sich zudem im Bereich der feuerfesten und technischen Keramik.

Herausforderungen für die Zukunft

„Für uns als energieintensiver, im Hochtemperaturbereich arbeitender Familienbetrieb sind natürlich CO2-Emission und Klimawandel ein großes Thema“, erklärt Christian Gottfried. „Wir versuchen die Energieeffizienz so optimal wie möglich zu gestalten“, aber das Nationale Emissionshandelsgesetz (CO2-Abgabe) stellt die Gottfried Tonwerke vor große Herausforderungen. „Es wäre schade, wenn man ohne ein Angebot an wirtschaftlichen Alternativbrennstoffen hier vorhandene Strukturen zerstört und solche Produktionen dann mit schlechterer Klimabilanzins Ausland verlagertwürden“ resümiert der Geschäftsführer. Ein weiterer Punkt ist der Fachkräftemangel. „Es ist schwer, geeignete Bewerber zu finden“, sagt Christian Gottfried. Die aktuellen offenen Stellen und Ausbildungplätze finden Sie unter: www.gottfried.de/karriere. Sina Kemnitz