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Historische Kleinstadt am Obermain

Ein Ort mit Charme und Charakter

Hinter den urigen Fachwerkhäusern versteckt sich das historische Rathaus von Burgkunstadt. Daneben zeigt sich das Deutsche Schustermuseum. Foto: Christian Behr

21.04.2021
Bäcker Konditorei Café Willaschek

Auf eine Fläche von 40,5 Kilometern erstreckt sich das Stadtgebiet von Burgkunstadt. Das Städtchen am Obermain besticht durch seinen historischen Charme in idyllischer Umgebung.

Auf dem Marktplatz zeigt sich das einzigartige Ensemble aus Amts- und Bürgerhäusern, Brunnen und der Stadtpfarrkirche St. Heinrich und Kunigunde, welches den Ortskern schon seit Jahrhunderten prägt. Die Stadtpfarrei wurde Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet. Das Rathaus – ein Kleinod fränkischer Zimmermannskunst – wurde seit dem Jahr 1690 nicht mehr baulich verändert und ziert nach wie vor den urigen Marktplatz.
       

Die katholische Pfarrkirche „St. Heinrich und Kunigunde“ zeigt sich als klassizistische Saalkirche mit eingezogenem Chor und Einturmfassade. Foto: Pia Nowak
Die katholische Pfarrkirche „St. Heinrich und Kunigunde“ zeigt sich als klassizistische Saalkirche mit eingezogenem Chor und Einturmfassade. Foto: Pia Nowak

Einst existierte auch eine „Kunstater Burganlage“, die im 9. und 10. Jahrhundert ein bedeutendes militärisches und herrschaftliches Zentrum am Obermain darstellte. Heute sind Burg und Stadttore verschwunden, aber Teilstücke der Stadtmauern können noch bewundert werden. Ein Gang durch die engen, gepflasterten Gassen und ein Blick auf die urigen Fachwerkund Bürgerhäuser lässt den einstigen Charme wiederaufleben. Obwohl erstmals 1323 als Stadt urkundlich erwähnt, reichen die Anfänge der Siedlung Burgkunstadt bis ins 8. Jahrhundert zurück, was Keramikfunde vor Ort belegen. Doch auch dunkle Kapitel weiß die Stadtgeschichte zu erzählen. So wurde Burgkunstadt teilweise niedergebrannt, geplündert und sogar von der Pest heimgesucht. Aber Handel, Handwerk und Gewerbe florierten später wieder, auch bedingt durch die günstige Lage an der Kreuzung zweier alter Handelsstraßen. So entwickelte sich das bäuerliche Landstädtchen mit der Zeit zu einer kleinen Industriestadt. Bierbrauer, Korbmacher, Gerber und Weber lieferten ihre Waren in nahezu alle Länder Mitteleuropas und sogar bis nach Russland.

1888 gründete der Jude Josef Weiermann die erste mechanische Schuhfabrik in Burgkunstadt und so wurde die Stadt zum Zentrum der bayerischen Schuhindustrie. In der Blütezeit waren bis zu 2.300 Menschen dort beschäftigt und produzierten bis zu 12.000 Paar Schuhe am Tage. 1990 wurde die Produktion jedoch eingestellt und die letzte Schuhfabrik schloss ihre Tore. Heute zeugt nur noch das Deutsche Schustermuseum von der damaligen Blütezeit – zahlreiche Exponate dokumentiere die hundertjährige Schuhgeschichte. Auf einem historischen Rundgang „Mit dem Schusterbuben“ kann man seine zurückgelegten Wege durch die Stadt und ihre kleinen Gassen erkunden. Burgkunstadt ist heute mit einem Großversandhaus, einer Maschinenfabrik, die Weltmarktführer für Schneidemaschinen in der Reifenherstellung ist, einer IT- und IP-Fachfirma sowie zahlreichen mittelständischen Firmen und Handwerksbetrieben ein wirtschaftlicher Mittelpunkt im Landkreis Lichtenfels und gibt den Bürgern aus Stadt und Land seit vielen Jahrzehnten eine sichere Existenz.

Der jüdische Friedhof

Circa einen Kilometer außerhalb der Stadt befindet sich der sogenannte „Judenfriedhof“ – der Friedhof der ehemaligen israelitischen Gemeinde von Burgkunstadt. Dieser ist etwa 400 Jahre alt und diente den jüdischen Bürgern bis 1942 als letzte Ruhestätte. Er zählt mit seinen über 2000 Grabsteinen zu den größten jüdischen Landfriedhöfen Bayerns und ist der größte in Oberfranken. Bei einem Besuch kann man die alten Grabsteine und das Taharahaus betrachten, die Stille des historischen Ortes genießen und sich erinnern. Bei Interesse können hier auch Führungen gebucht werden.