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Das Damenrad von heute

Komfortabler Packesel nicht nur für die Frau

Das Damenrad von heute

FOTO: RH2010 - STOCK.ADOBE.COM

04.04.2022

Darf man in der heutigen Zeit, in der die weibliche Rolle in der Gesellschaft einen Wandel erlebt, Wörter mit Sternchen versehen werden oder Großbuchstaben rechtschreibkonform mitten in einem Wort auftauchen dürfen, überhaupt noch von „Damenrad“ und „Herrenrad“ sprechen? Darf man! Denn in erster Linie geht es bei der Unterscheidung zwischen Damen- und Herrenrad darum, dass Damenräder speziell auf die weibliche Anatomie angepasst sind.Tiefer EinstiegUrsprünglich wurde der Einstieg bei Damenrädern niedriger gestaltet, damit Frauen in früheren Zeiten besser mit einem Rock auf- und absteigen konnten. Ein erster offensichtlicher und grundlegender Unterschied zwischen Damen- und Herrenfahrrädern ist deshalb eine tiefere Einstiegstange bei den Ausführungen für Frauen. Diese ist dazu schwanenhalsförmig geformt, weshalb es sich komfortabler auf- und absteigen lässt. In Situationen, bei denen schnelles Reagieren gefordert ist, wie beispielsweise im hektischen Stadtverkehr oder bei Gefahren, lässt sich so schnell und sicher vom Rad steigen.

Abmessungen und weibliche Anatomie

Grundsätzlich ist der Rahmen eines Damenrades kleiner als der eines Herrenrades, da Frauen oft kleiner sind als Männer. Herrenräder haben meist eine Laufradgröße von 28 Zoll, während Damenräder 26 Zoll groß sind. Durch den kompakteren Aufbau ist der Abstand zwischen Sattel und Lenker geringer, was eine aufrechte und gestreckte Haltung gewährleistet.

Für die Ermittlung der passenden Reifen- und Rahmengröße ist es wichtig, die eigene Schrittlänge zu messen. Diese entspricht der Innenbeinlänge, also die Spanne zwischen der Fußsohle und dem obersten Punkt des Oberschenkels im Schritt. Ein weiterer Anhaltspunkt zum Ermitteln der richtigen Rahmengröße kann die eigene Körpergröße sein. Eine pauschale Richtlinie, welche Rahmen- und Reifengröße sich für welche Körpergröße eignet, gibt es jedoch nicht – es kommt neben dem individuellen Körperbau auch auf den jeweiligen Fahrradtyp an.

Ebenso gibt es Unterschiede bei Sätteln, Federgabeln und Co., da auch dies an den weiblichen Körper angepasst wird. So werden beispielsweise die Griffe für die Bremsen mit kleinerem Abstand zum Lenker befestigt, die Lenkergriffe schmaler gestaltet oder der Lenker näher am Sattel angebracht. Der Aufbau der Fahrräder wird also an die Anatomie des Frauenkörpers mit kürzeren Armen und zierlicheren Händen angepasst.

Ein Rad für viel Gepäck

Frauen nutzen Fahrräder häufig zum Einkaufen, für den Arbeitsweg, um Freundinnen zu besuchen oder die Kinder damit zu transportieren. Die Bikes sind deshalb so gebaut, dass Gepäckträger, Seitentaschen, Fahrradkörbe oder Kindersitze – ohne Einschränkung des Fahrspaßes – daran montiert werden können. Der stabile Rahmen und Aufbau des Rades ermöglicht auch mit viel Gewicht ausgeglichenes Rangieren und gewährleistet eine gute Balance.

Damenrad ist nicht gleich Damenrad

Nicht nur für Frauen sind Damenräder die richtige Wahl. Besonders durch den tiefen Einstieg und die kompaktere Bauweise eignen sich diese Räder auch für Menschen mit Handicaps, körperlichen Einschränkungen und Behinderungen oder für Senioren.

Ebenso sind sie für Herren, die komfortabler unterwegs sein wollen oder für die gewöhnliche Herrenräder zu groß, schwer oder unhandlich sind, eine gute Wahl. Die Räder gibt es in allen Modellen, vom Mountainbike bis hin zum Lastenrad – ob sportlich oder elegant, für jeden ist etwas dabei. Auch bei diesem Thema gibt es heutzutage keine klaren Grenzen zwischen den Geschlechtern mehr – denn die Bikes sind für beide Geschlechter geeignet.

Auch Fahrradgeschäfte und -hersteller beginnen mehrheitlich, die Geschlechterunterschiede nicht mehr deutlich auf Produkte zu übertragen. Die Räder werden zwar noch als Damen- und Herrenrad betitelt, die Nutzung ist jedoch geschlechtsneutral ausgelegt.

Am besten für die Kaufentscheidung eignet sich ein Besuch im Fachgeschäft in Verbindung mit einer persönlichen und individuellen Beratung, abgestimmt auf den eigenen Körperbau sowie die Bedürfnisse an das künftige Fahrrad. Tamara Keller
  

Gut zuwissen

Die Unterschiede vom Damenzum Herrenrad im Überblick:
- kleinere Rahmen und Reifen
- Sattel und Lenker sowie Lenker und Lenkergriffe stehen näher beieinander
- Einzelteile wie Sättel, Lenkergriffe und Federn sind speziell konstruiert
- für viel Gepäck ausgelegt