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Ein Platz im Grünen

Wer einen Wintergarten bauen will, sollte bei der Planung einiges beachten

Ein Platz im Grünen

FOTO: BUNDESVERBAND WINTERGARTEN E.V.

14.02.2025

Wintergärten

Mehr Wohnraum schaffen, Tageslicht ins Haus holen und gleichzeitig die Energiebilanz verbessern: Vom Anbau eines Wintergartens träumen viele Hauseigentümer. Doch ohne ausreichende Planungshilfen und Informationen kann der Bau leicht zum Glücksspiel werden.

Der Bauantrag

Wintergärten sind in den meisten Bundesländern genehmigungspflichtig. Nur in den Bundesländern, in denen der Wintergarten in der Landesbauordnung verfahrensfrei gestellt ist, reicht die nachträgliche Bauanzeige. Die einfachste und zuverlässigste Klärungsmethode für den eigenen Fall ist es, im zuständigen Bauamt nachzufragen.

Bevor der Wintergarten detailliert geplant wird, sollten die folgenden Fragen geklärt werden: Wie viel Fläche darf auf dem Grundstück noch bebaut werden? Sind Bauformen vorgeschrieben – wenn ja, welche? Welche Grenzabstände sind einzuhalten? Welche Baufluchtlinien sind einzuhalten? Eine zuverlässige Antwort auf diese Fragen gibt eine unverbindliche Bauanfrage, die auch gleich klärt, ob und unter welchen Auflagen eine Baugenehmigung erteilt wird.

Richtiger Standort

Klima und Atmosphäre im Wintergarten werden im Wesentlichen von Licht und Wärme geprägt. Deren Intensität wiederum hängt von der Himmelsrichtung ab, nach der der Wintergarten ausgerichtet ist. Ein nordorientierter Wintergarten fängt im Sommer die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Tages ein, wird aber meistens tagsüber durch das Haus abgeschattet und ist daher ein relativ kühler, erholsamer Platz. Wird der Wintergarten jedoch ganzjährig genutzt, so muss er im Winter geheizt werden, da er von der tief stehenden Sonne nicht erreicht wird.

Ein ostorientierter Wintergarten wird von der Morgensonne und dem ersten Teil der Mittagssonne erwärmt, dann aber durch den Schatten des Hauses vor allzu großer Hitze bewahrt. Er ist daher ein idealer Frühstücksplatz. Der südorientierte Wintergarten wiederum hat über das Jahr durch Sonneneinstrahlung zwar den höchsten Wärmegewinn, muss aber im Sommer gegen allzu hohe Temperaturen durch Beschattung und Belüftung geschützt werden. Ein westorientierter Wintergarten wird von der späten Mittags- und Abendsonne aufgewärmt und geht mit der gespeicherten Wärme in die Nacht. Dafür ist er am Morgen kühler.

Material für das Tragwerk

Für die Wintergartenkonstruktion kommen nur Materialien in Frage, die den hohen Anforderungen an Wertbeständigkeit und Pflegeleichtigkeit genügen. Ob Aluminium, Holz, Stahl oder Kombinationen verwendet werden, bestimmen Preis und Gestaltungsmöglichkeiten.

Für die Auswahl der optimalen Bauelemente sind außerdem bezüglich des Wärmeschutzes die Vorschriften des Gebäude-Energiegesetzes (GEG) und die DIN 4108-2 zu beachten.

Optimale Verglasung

Der Wintergarten lebt vom Glas. Erst die Verglasung schafft dieses unnachahmliche Gefühl, draußen und doch geschützt zu sitzen. Sie hat aber auch einen wesentlichen Einfluss darauf, ob ein Wintergarten funktioniert. Aufgrund des hohen Glasanteils und der relativ geringen Baumasse sind Wintergärten thermisch labil, sie werden also schnell warm, kühlen aber auch schnell wieder aus. Wie schnell beides vor sich geht, hängt vom g-Wert und vom U-Wert der Verglasung ab.

Der g-Wert zeigt an, wie viel Prozent der Sonnenenergie, die auf den Wintergarten trifft, das Glas passieren kann. Er steht also für den solaren Energiegewinn des Wintergartens. Der U-Wert steht für den Energieverlust des Wintergartens, insbesondere den Heizenergieverlust im Winter durch die Außenhülle. Da es zwischen Sommer und Winter große Unterschiede in Sonnenstand und Sonnenscheindauer gibt, kommen dem g-Wert und dem U-Wert je nach Jahreszeit unterschiedliche Bedeutungen zu.

Ein hoher g-Wert bedeutet immer hohen solaren Energiegewinn, was im Winter sicherlich erwünscht ist, um die Heizkosten niedrig zu halten, im Sommer aber zu weiteren Maßnahmen bei Sonnenschutz und Belüftung zwingt. Bei guter Isolation ist der U-Wert niedrig und der Wärmeverlust gering.

Eine besonders komfortable zusätzliche Funktion des Glases ist die Selbstreinigung. Durch spezielle Glasoberflächen werden organische Verschmutzungen zersetzt und ein rückstandsfreies Ablaufen von Wasser erreicht. Solche speziellen Gläsersorgen so dafür, dass Reinigungsintervalle erheblich verlängert werden und die Gläser über die Lebensdauer sauberer aussehen.

Be- und Entlüftung

Zusammen mit der Verglasung und der Beschattung sorgen Be- und Entlüftung des Wintergartens für ein angenehmes Raumklima. Dabei wird zwischen natürlicher und motorischer Lüftung unterschieden. Bei der natürlichen Lüftung steigt erwärmte Luft nach oben und kann über Dach- oder Seitenfenster abgeführt werden. Diese Lüftungsart arbeitet geräuschlos und ohne Energieaufwand. Bei der motorischen Lüftung wird über Zuluftöffnungen mittels Walzen- bzw. Radiallüfter der Luftaustausch ausgeführt. Diese Art der Lüftung benötigt keine geöffneten Flügel und schützt somit bei Abwesenheit vor dem Zutritt Unbefugter.

An Sonnenschutz denken

Damit es bei reichlich Sonneneinstrahlung nicht zum Hitzestau kommt, dürfen entsprechende Beschattungslösungen nicht vergessen werden. Bäume, Sträucher und Ranken oder einfach auch andere Gebäude können zwar als natürlicher Sonnenschutz fungieren, das reicht jedoch nicht immer aus. Funktionale Abhilfe schafft deshalb eine außerhalb des Wintergartens angebrachte Beschattung. Denn Sonneneinstrahlung, welche gar nicht erst in den Wintergarten gelangt, muss später nicht wieder abgeführt werden. In jedem Fall sollte diese Schattierung aber mit einem Steuergerät ausgestattet sein. Denn dann kann man den Wintergarten sich selbst überlassen und er muss nicht ständig beaufsichtigt werden.

Eine innenliegende Beschattung erzielt in Verbindung mit effektiven Lüftungselementen gute Ergebnisse. Auf elektronische Steuerungen sowie Sensoren, wie Wind- und Regenwächter, kann verzichtet werden. Auch bei Windeinwirkung auf den Wintergarten kann diese Beschattungsart genutzt werden.

Heizung im Wohnwintergarten

Ein Wintergarten, welcher ganzjährig genutzt werden soll, muss beheizbar sein. Durch den oft bedeckten Himmel in der Winterzeit reicht der Energieeinfall tagsüber nicht aus, um den Wintergarten frostfrei oder gar behaglich zu halten. Es ist daher bei der Planung auch eine ausreichende und richtig angeordnete Heizung zu berücksichtigen. Diese spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von übermäßigem Kondensat. Bei Wohnwintergärten ist eine fachmännische Berechnung der Heizleistung gemäß den Anforderungen an „Gebäude mit normalen Innentemperaturen“ nötig.

Fundament und Fußboden

Bei der Planung der baulichen Maßnahmen sollte dem Bodenaufbau besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Fußboden ist mit einer Folie oder Schweißbahn gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu isolieren. Ebenfalls muss auf eine ausreichende Wärmedämmung geachtet werden. Der Fußbodenaufbau bei Wohnwintergärten ist entsprechend der Vorgaben des Gebäude-Energiegesetzes (GEG) zu dämmen.

Ein Wintergarten muss sorgfältig geplant werden, damit er später den Vorstellungen der Bauherren entspricht. Wer den lange gehegten Wunsch Wirklichkeit werden lassen will, sollte gerade beim Wintergartenbau die Priorität auf handwerkliche Qualifizierung und Erfahrung legen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Bundesverband Wintergarten e.V./red