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Ein Platz im Grünen

Wer einen Wintergarten bauen will, sollte bei der Planung einiges beachten

Ein Platz im Grünen

FOTO: BUNDESVERBAND WINTERGARTEN E.V.

15.02.2025

Wintergärten

Mehr Wohnraum schaffen, Tageslicht ins Haus holen und gleichzeitig die Energiebilanz verbessern: Vom Anbau eines Wintergartens träumen viele Hauseigentümer. Doch ohne ausreichende Planungshilfen und Informationen kann der Bau leicht zum Glücksspiel werden. 

Der Bauantrag

Wintergärten sind in den meisten Bundesländern genehmigungspflichtig. Nur in den Bundesländern, in denen der Wintergarten in der Landesbauordnung verfahrensfrei gestellt ist, reicht die nachträgliche Bauanzeige. Die einfachste und zuverlässigste Klärungsmethode für den eigenen Fall ist es, im zuständigen Bauamt nachzufragen.

Bevor der Wintergarten detailliert geplant wird, sollten folgende Fragen geklärt werden: Wie viel Fläche darf auf dem Grundstück noch bebaut werden? Sind Bauformen vorgeschrieben? Welche Grenzabstände sind einzuhalten? Welche Baufluchtlinien sind einzuhalten? Eine zuverlässige Antwort auf diese Fragen gibt eine unverbindliche Bauanfrage, die auch gleich klärt, ob und unter welchen Auflagen eine Baugenehmigung erteilt wird.

GEG beachten

Für die Auswahl der optimalen Bauelemente zum Wärmeschutz gelten die Vorschriften des Gebäude-Energiegesetzes und der DIN 4108-2. Hierzu kann ein Wintergarten-Fachbetrieb kompetente Auskunft geben. 

Richtiger Standort

Klima und Atmosphäre im Wintergarten werden im Wesentlichen von Licht und Wärme geprägt. Deren Intensität wiederum hängt von der Himmelsrichtung ab, nach der der Wintergarten ausgerichtet ist. Ein nordorientierter Wintergarten fängt im Sommer die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Tages ein, wird aber meistens tagsüber durch das Haus abgeschattet und ist daher ein relativ kühler, erholsamer Platz. Wird der Wintergarten jedoch ganzjährig genutzt, so muss er im Winter geheizt werden, da er von der tief stehenden Sonne nicht erreicht wird.

Ein ostorientierter Wintergarten wird von der Morgensonne und dem ersten Teil der Mittagssonne erwärmt, dann aber durch den Schatten des Hauses vor allzu großer Hitze bewahrt. Er ist daher ein idealer Frühstücksplatz. Der südorientierte Wintergarten wiederum hat über das Jahr durch Sonneneinstrahlung zwar den höchsten Wärmegewinn, muss aber im Sommer gegen allzu hohe Temperaturen durch Beschattung und Belüftung geschützt werden. Ein westorientierter Wintergarten wird von der späten Mittags- und Abendsonne aufgewärmt und geht mit der gespeicherten Wärme in die Nacht. Dafür ist er am Morgen kühler.

Optimale Verglasung

Die Verglasung eines Wintergartens erzeugt das unnachahmliche Gefühl, draußen und doch geschützt zu sitzen. Aufgrund des hohen Glasanteils und der relativ geringen Baumasse sind Wintergärten thermisch labil, sie werden also schnell warm, kühlen aber auch schnell wieder aus. Wie schnell das vor sich geht, hängt von den physikalischen Werten der Verglasung ab. So zeigt der g-Wert an, wie viel Prozent der Sonnenenergie das Glas passieren kann. Er steht also für den solaren Energiegewinn im Wintergarten. Der U-Wert bezeichnet hingegen den Energieverlust, insbesondere den der Heizenergie im Winter. Je nach Jahreszeit kommen den Werten unterschiedliche Bedeutung zu. Ein hoher g-Wert bedeutet hohen solaren Energiegewinn, was aber im Sommer zusätzliche Maßnahmen für Sonnenschutz und Belüftung bedingt. Ein niedriger U-Wert bedeutet gute Isolation und damit geringen Wärmeverlust.

Be- und Entlüftung

Zusammen mit Verglasung und Beschattung sorgen Be- und Entlüftung des Wintergartens für ein angenehmes Raumklima. Bei einer natürlichen Lüftung steigt erwärmte Luft nach oben und kann über Dach- oder Seitenfenster abgeführt werden und das völlig ohne Energieaufwand und Geräusche. Motorische Lüftung hingegen funktioniert über Zuluftöffnungen und mittels Walzen- bzw. Radiallüfter. Da sie auch bei geschlossenen Flügeln aktiv ist, besteht bei Abwesenheit Schutz vor Zugang Unbefugter.

An Sonnenschutz denken

Damit es bei reichlich Sonneneinfall nicht zum Hitzestau kommt, sind Beschattungslösungen gefragt. Bäume, Sträucher oder Gebäude können zwar als natürlicher Sonnenschutzfungieren, reichen aber nicht immer aus. Abhilfe schafft eine außerhalb des Wintergartens angebrachte Beschattung. Wenn sie mit einem Steuergerät ausgestattet ist, kann der Wintergarten auch mal sich selbst überlassen werden. Auch eine innenliegende Beschattung erzielt in Verbindung mit Lüftungselementen gute Ergebnisse. 

Heizung im Wohnwintergarten

Ein Wintergarten, welcher ganzjährig genutzt werden soll, muss beheizbar sein. In der Winterzeit reicht der Energieeinfall tagsüber nicht aus, um ihn frostfrei zu halten. Es ist daher bei der Planung auch eine Heizung zu berücksichtigen, die auf einer fachmännischen Berechnung der Heizleistung gemäß den Anforderungen an „Gebäude mit normalen Innentemperaturen“ fußt. 

Fundament und Fußboden

Bei der Planung der baulichen Maßnahmen sollte dem Fußbodenaufbau besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Er ist mit einer Folie gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu isolieren. Auch eine ausreichende Wärmedämmung ist zu beachten, entsprechend den Vorgaben des GEG.

Wer den lange gehegten Wunsch nach einem Wintergarten Wirklichkeit werden lassen will, sollte gerade bei Planung und Bau die Priorität auf handwerkliche Qualifizierung und Erfahrung legen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Bundesverband Wintergarten e.V./red