Wintergärten
Mehr Wohnraum schaffen, Tageslicht ins Haus holen und gleichzeitig die Energiebilanz verbessern: Vom Anbau eines Wintergartens träumen viele Hauseigentümer. Doch ohne ausreichende Planungshilfen und Informationen kann der Bau leicht zum Glücksspiel werden.

Der Bauantrag
Wintergärten sind in den meisten Bundesländern über das zuständige Bauamt genehmigungspflichtig.
Bevor der Wintergarten detailliert geplant wird, sollten folgenden Fragen geklärt werden: Wieviel Fläche darf auf dem Grundstück bebaut werden? Sind Bauformen vorgeschrieben? Wenn ja, welche? Welche Grenzabstände und Baufluchtlinien sind einzuhalten? Eine zuverlässige Antwort auf diese Fragen gibt eine unverbindliche Bauanfrage, die übrigens auch klärt, ob und unter welchen Auflagen eine Baugenehmigung erteilt wird.
GEG beachten
Für die Auswahl der optimalen Bauelemente zum Wärmeschutz gelten die Vorschriften des Gebäude-Energiegesetzes und der DIN 4108-2. Hierzu kann ein Wintergarten-Fachbetrieb kompetente Auskunft geben.
Richtiger Standort
Klima und Atmosphäre im Wintergarten werden im Wesentlichen von Licht und Wärme geprägt. Deren Intensität wiederum hängt von der Himmelsrichtung ab, nach der sich ein Wintergarten ausrichtet. Orientiert er sich nach Norden, so muss er bei ganzjähriger Nutzung im Winter geheizt werden. Ein ostorientierter Wintergarten wird am Morgen und frühen Mittag von der Sonne erwärmt, später dann durch den Schatten des Hauses vor zu großer Hitze bewahrt. Ist er gen Süden ausgerichtet, liefert die Sonneneinstrahlung zwar den höchsten Wärmegewinn, jedoch braucht es Beschattung und Belüftung, um im Sommer allzu hohen Temperaturen entgegenzuwirken. Ein westorientierter Wintergarten wird angenehm von der späten Mittags- und Abendsonne aufgewärmt.
Optimale Verglasung
Die Verglasung eines Wintergartens erzeugt das unnachahmliche Gefühl, draußen und doch geschützt zu sitzen. Aufgrund des hohen Glasanteils und der relativ geringen Baumasse sind Wintergärten thermisch labil, sie werden also schnell warm, kühlen aber auch schnell wieder aus. Wie schnell das vor sich geht, hängt von den physikalischen Werten der Verglasung ab. So zeigt der g-Wert an, wie viel Prozent der Sonnenenergie das Glas passieren kann. Er steht also für den solaren Energiegewinn im Wintergarten. Der U-Wert bezeichnet hingegen den Energieverlust, insbesondere den der Heizenergie im Winter. Je nach Jahreszeit kommen den Werten unterschiedliche Bedeutung zu. Ein hoher g-Wert bedeutet hohen solaren Energiegewinn, was aber im Sommer zusätzliche Maßnahmen für Sonnenschutz und Belüftung bedingt. Ein niedriger U-Wert bedeutet gute Isolation und damit geringen Wärmeverlust.
Be- und Entlüftung
Zusammen mit Verglasung und Beschattung sorgen Be- und Entlüftung des Wintergartens für ein angenehmes Raumklima. Bei einer natürlichen Lüftung steigt erwärmte Luft nach oben und kann über Dach- oder Seitenfenster abgeführt werden und das völlig ohne Energieaufwand und Geräusche. Motorische Lüftung hingegen funktioniert über Zuluftöffnungen und mittels Walzen- bzw. Radiallüfter. Da sie auch bei geschlossenen Flügeln aktiv ist, besteht bei Abwesenheit Schutz vor Zugang Unbefugter.
An Sonnenschutz denken
Damit es bei reichlich Sonneneinfall nicht zum Hitzestau kommt, sind Beschattungslösungen gefragt. Bäume, Sträucher oder Gebäude können zwar als natürlicher Sonnenschutzfungieren, reichen aber nicht immer aus. Abhilfe schafft eine außerhalb des Wintergartens angebrachte Beschattung. Wenn sie mit einem Steuergerät ausgestattet ist, kann der Wintergarten auch mal sich selbst überlassen werden. Auch eine innenliegende Beschattung erzielt in Verbindung mit Lüftungselementen gute Ergebnisse.
Heizung im Wohnwintergarten
Ein Wintergarten, welcher ganzjährig genutzt werden soll, muss beheizbar sein. In der Winterzeit reicht der Energieeinfall tagsüber nicht aus, um ihn frostfrei zu halten. Es ist daher bei der Planung auch eine Heizung zu berücksichtigen, die auf einer fachmännischen Berechnung der Heizleistung gemäß den Anforderungen an „Gebäude mit normalen Innentemperaturen“ fußt.
Fundament und Fußboden
Bei der Planung eines Wohnwintergartens erfordert der Fußbodenaufbau besondere Aufmerksamkeit. So ist er mit einer Folie zu isolieren und gemäß der Vorgaben des Gebäude-Energiegesetzes (GEG) zu dämmen.
Wer den lange gehegten Wunsch nach einem Wintergarten Wirklichkeit werden lassen will, sollte gerade bei Planung und Bau die Priorität auf handwerkliche Qualifizierung und Erfahrung legen, um unliebsame Überraschungen zu vermeiden. Bundesverband Wintergarten e.V./red